Demenz
Alltag mit Demenz: ruhig, sicher, wertschätzend
2 Min. Lesezeit

Demenz verändert den Alltag Schritt für Schritt. Das kann für Sie und Ihre Familie anstrengend sein. Mit Ruhe, festen Abläufen und Wertschätzung können Sie den Tag sicherer und freundlicher machen.
Ein ruhiger Tag gibt Halt
Viele Menschen mit Demenz fühlen sich sicherer, wenn der Tag ähnlich abläuft. Zu viele Eindrücke können unruhig machen. Nach einem Aufenthalt im Spital braucht es oft extra Geduld.
- Halten Sie ähnliche Zeiten für Aufstehen, Essen und Schlafen ein
- Erklären Sie nur einen Schritt auf einmal
- Sprechen Sie langsam und in kurzen Sätzen
- Reduzieren Sie Lärm, zum Beispiel lautes Radio oder Fernsehen
- Lassen Sie vertraute Fotos und Gegenstände sichtbar
Sicherheit in der Wohnung
Kleine Änderungen können Stürze und Gefahr verringern. Bei Unsicherheit fragen Sie die Hausärztin oder den Hausarzt.
- Sorgen Sie für gutes Licht, auch nachts auf dem Weg zur Toilette
- Entfernen Sie lose Teppiche und Kabel vom Boden
- Sichern Sie Herd und scharfe Gegenstände, wenn das nötig ist
- Schreiben Sie wichtige Nummern groß und gut sichtbar auf
- Eine gut sichtbare Uhr und ein Kalender helfen bei der Orientierung
Wertschätzend miteinander umgehen
Menschen mit Demenz spüren Ton und Stimmung oft noch gut. Würde bleibt immer wichtig.
- Korrigieren Sie nicht, wenn keine Gefahr besteht
- Nehmen Sie Gefühle ernst, auch wenn die Erinnerung nicht stimmt
- Sprechen Sie die Person mit Namen an und suchen Sie Blickkontakt
- Machen Sie gemeinsam einfache Dinge, die Freude machen
- Reden Sie nicht über die Person, als wäre sie nicht im Raum
Sie müssen das nicht allein schaffen
Pflege ist eine große Aufgabe. Holen Sie sich früh Unterstützung. Eine diplomierte Pflegekraft (DGKP) kann zu Hause anleiten oder unterstützen, zum Beispiel beim Tagesablauf oder bei der Körperpflege.
- Planen Sie bewusst kurze Pausen für sich ein
- Teilen Sie Aufgaben in der Familie, wenn das möglich ist
- Sprechen Sie mit der Hausärztin oder dem Hausarzt über Hilfe
- Informieren Sie sich über Pflegegeld und Beratung
- Selbsthilfe kann entlasten und neue Ideen geben
Wann Sie Fachhilfe holen sollten
- Plötzliche starke Verwirrtheit oder eine klare Verschlechterung: Hausärztin/Hausarzt oder 1450
- Sturz, Verletzung oder starke Schmerzen: Hausärztin/Hausarzt, im Notfall 144
- Die Person isst oder trinkt kaum noch: Hausärztin/Hausarzt oder 1450
- Atemnot, Brustschmerz, Bewusstlosigkeit oder Verdacht auf Schlaganfall: sofort 144
- Sie sind überfordert oder unsicher: Gesundheitsberatung 1450 oder Hausärztin/Hausarzt
Unterstützung durch eine Pflegefachkraft
Diplomierte Pflegekräfte kommen zu Ihnen nach Hause, zeigen Ihnen die richtigen Handgriffe oder übernehmen die Pflege.
Quellen & weiterführende Informationen
Stand: 6. November 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pflegerische Beratung. Bild: KI-generiert.
Weitere Ratgeber

Wunden & Haut
Wundliegen vorbeugen: Tipps für zu Hause
Viele Menschen, die lange liegen oder sitzen, bekommen wunde Stellen an der Haut. Das nennt man Wundliegen oder Dekubitus. Mit ruhiger Pflege und kleinen Schritten können Sie die Haut schützen, und Sie müssen das nicht allein schaffen.
3 Min. Lesezeit

Wunden & Haut
Wunden zu Hause beobachten und versorgen
Eine Wunde zu Hause zu versorgen kann unsicher machen. Das ist ganz normal. Mit ruhigem Hinsehen und sauberen Händen können Sie viel richtig machen.
2 Min. Lesezeit

Sicherheit
Stürze zu Hause vermeiden
Viele Stürze passieren zu Hause, oft im Bad, auf der Treppe oder in der Nacht. Das kann Angst machen, doch vieles lässt sich vorbeugen. Mit klaren Schritten machen Sie den Alltag sicherer, Schritt für Schritt.
3 Min. Lesezeit